Die “Unschuld der Moslems” und der Anschlag in Libyen

Einige wichtige Vorbemerkungen:

  1. Als Christ betrachte ich Mohammed nicht als Prophet, und den Koran nicht als göttliche Offenbarung, und daher auch den Islam nicht als die wahre Religion.
  2. Nichts rechtfertigt Anschläge wie den in Bengazi, Libyen.
  3. Nichts rechtfertigt die Anschläge islamischer/islamistischer Mobs gegen christliche Minderheiten wie z.B. die Kopten in Ägypten.
  4. Es scheint mir ziemlich klar zu sein, daß der “Volkszorn” in einigen islamischen Ländern von islamistischen Terrorgruppen im Umfeld von Al Qaida ausgenützt und instrumentalisiert wird.

Nun zur Sache selbst:

Ich habe gestern im Internet nach The Innocence of Muslims gesucht, dem Film, der angeblich der Auslöser für die anti-amerikanischen Unruhen in einigen islamischen Ländern war, und im Zuge derer das amerikanische Konsulat in Bengazi angegriffen und in Brand gesteckt wurde, wodurch der amerikanische Botschafter und zwei weitere Mitarbeiter ums Leben kamen.

Ich bin durchaus für die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst, und auch für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam, aber dieser Film ist nichts anderes als eine pornografische Verspottung Mohammeds, unter dem Vorwand einer Reaktion auf islamische Gewalt gegen koptische Christen in Ägypten. Ihn als Kunst zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung aller richtigen Künstler.

Es ist nicht verwunderlich, daß dieses Machwerk starke Gefühle und Ausschreitungen hervorruft, vor allem in Ländern, die selbst keine Meinungs- und Redefreiheit, und auch keine Freiheit der Kunst kennen, und für deren Bürger daher nicht nachvollziehbar ist, daß die amerikanische Regierung nichts mit der Herstellung und Verbreitung dieses Schundvideos zu tun hat.

Und daß die Macher dieses Pornovideos sich selbst als koptische Christen bezeichnen, und angeblich deren Sache vertreten, wird nur zu weiteren Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit in Ägypten führen.

Meine amerikanischen Freunde pochen darauf, daß das amerikanische Werte- und Rechssystem dem Staat gar nicht erlaubt, gegen solche Machwerke vorzugehen; das ist aber selbst in Europa schwer nachzuvollziehen, weil die meisten westlichen Länder außerhalb der USA Rechtsvorschriften haben, die eine Verächtlichmachung der Religion und Beleidigungen der Art, wie sie in diesem Film vorkommen, als Offizialdelikt under Strafe stellen.

Aber selbst mir, der ich mit dem amerikanischen System sehr vertraut bin, und mich weitgehend damit identifiziere, ist nicht klar, warum es zwar zunehmend dazu kommt, dass man rechtlich verfolgt werden kann, wenn man z.B. verschiedene sexuelle Praktiken oder Orientierungen als verkehrt oder sündhaft bezeichnet, mit sachlichen Argumenten und unter klarer Betonung, daß dies keine Gewalt gegen die bereffenden Mitmenschen rechtfertigt; daß man jedoch ein solches unsachliches und beleidigendes Video produzieren und verbreiten darf, welches ein großer Teil der Weltbevölkerung als verletzend empfindet, ohne daß es dagegen irgendeine Handhabe gibt.

Im Grunde ist das ganz ähnlich wie der Zusammenhang Vergewaltigung und dem Tragen von aufreizender Bekleidung (oder eben “fast-nicht-Bekleidung”) in der Öffentlichkeit: Nichts kann Vergewaltigung entschuldigen, aber es wäre sehr naiv, den Zusammenhang zu leugnen, und wir tun unseren Töchtern nichts gutes, wenn wir sie auf diesen Zusammenhang nicht aufmerksam machen.

Genauso naiv ist es, die Tatsache zu verkennen, daß die islamischen Massen durch solche Machwerke sehr leicht in Wallung zu versetzen sind, und daß es islamistische Terror-Kräfte gibt, die diese Wallung für ihre Zwecke ausnützen und mißbrauchen. Wir tun uns selbst als Gesellschaft nichts gutes, wenn wir die Tatsache verdrängen, daß solcher Dreck den Namen “Kunst” nicht verdient, und daß man der Meinungs- und Redefreiheit dort Grenzen setzen sollte, wo andere absichtlich in ihrer Ehre verletzt werden.

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